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Met Geschichte – der Trank der Götter damals und heute

Wenn du dich schon immer mal gefragt hast, wie Karl der Große eigentlich seinen Met getrunken hat, dann bist du hier goldrichtig. Erfahre mehr über die Geschichte des magischen Göttertranks – von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Neuzeit.

Das älteste alkoholische Getränk der Menschheit

Die Reise des ältesten alkoholischen Getränks der Menschheit beginnt bereits vor über 20.000 Jahren – und zwar in Afrika. Wissenschaftler sind sich einig, dass der erste Honigwein durch Zufall in Baobab Bäumen entstanden sein muss. Wilde afrikanische Bienen nisteten in ausgehöhlten Stellen der mächtigen Baobab Baumstämme und in der Regenzeit füllten sich die natürlichen Bienenstöcke mit Regenwasser. Somit entstand durch die natürliche, immer in der Luft schwebenden Hefe, aus wildem Bienenhonig und Regenwasser das erste alkoholische Getränk der Welt. Dass dieses neue, berauschende Gebräu schnell Anklang bei den Menschen fand, ist wenig verwunderlich. Der alkoholische Rausch war geboren.

Met in der Antike

Wissenschaftler fanden in altägyptischen Steingefäßen vertrocknete Überreste von vergorenen Honiggetränken. Somit konnte bewiesen werden, dass bereits die alten Ägypter vor circa 5500 Jahren alkoholhaltige Getränke auf Basis von Honig produziert und konsumiert haben. Unter anderem verkehrten auch zahlreiche Händler in Ägypten, die den Honigwein in die weite Welt und vor Allem auch nach Europa brachten.

Germanen, Wikinger & Mittelalter

Bei den Germanen (circa 2000 vor Christus bis 500 nach Christus) erfreute sich der Met (indogermanisch: Medhu, germanisch: Medu) einer ganz besonderen Beliebtheit. Hier war er fester Bestandteil ritueller Zeremonien und wurde den germanischen Göttern zur Ehre regelmäßig in großen Mengen genossen. So wurde zum Beispiel den legendären germanischen Elitekriegern, den Berserkern,  vor der Schlacht ein Trunk aus Honigwein und Fliegenpilzen von ihren Druiden verabreicht, der sie furchtlos, stark und unbesiegbar machen sollte. Erzählungen von angsterfüllten römischen Gelehrten bezeugen, dass der „Zaubertrank“ seine Wirkung oftmals nicht verfehlte. Neben den Germanen waren auch die skandinavischen Wikinger große Freunde des Honigweins. So verfügte jede Wikingersiedlung über eine eigene Methalle, in der man dem Genuss des goldenen Zaubertranks täglich nachgehen konnte. Fiel ein Wikinger in der Schlacht, so kam er nach Walhalla, der „Methalle der Götter“ in der Götterstadt Asgard. Hier fließt der Met direkt aus den Eutern der Ziege Heidrun (Siehe Titelbild), welche auf dem Dach der Walhalla steht und von den Zweigen der Weltesche Yggdrasil frisst. Karl der große war ein begeisterter Mettrinker. Nach der Schlacht reichte man ihm zur Erfrischung einen mit Wasser verdünnten Kräutermet und am Abend genoss er auch gerne den kräftigen Geschmack von unverdünntem Honigwein. Er schrieb sogar vor, Bienen zu züchten und Met herzustellen. Ab dem 10. beziehungsweise 11. Jahrhundert ließ die Bedeutung von Met langsam aber sicher nach. Mit dem flächendeckenden Anbau von Getreide in Nord-, Ost- und Mitteleuropa wurde der in der Herstellung aufwändigere Honigwein immer mehr vom günstig zu produzierenden Bier verdrängt. Nur noch der Adel und Mönche in ihren Klöstern konnten es sich leisten den geernteten Honig zu Wein zu verarbeiten. In Südeuropa wurde der Met bereits viel früher, von Rot- und Weißwein aus Weintrauben verdrängt und war schon in der Römerzeit nicht mehr sehr weit verbreitet. Hier trank man, wenn man es sich leisten konnte, „Mulsum“ – also mit Honig gesüßten Traubenwein.

Met heute

Met erfreut sich heutzutage wieder steigender Beliebtheit, da sich durch die gute wirtschaftliche Situation das Qualitätsbewusstsein der Menschen deutlich verbessert hat. Als handwerklich hergestelltes Naturprodukt mit einer unzähligen Geschmackvielfalt bietet der Honigwein eine wirklich gute Alternative zu hochwertigem Wein, Craft Beer oder dem obligatorischen Gin Tonic. Nicht zuletzt durch historische Fantasy-Serien wie Game of Thrones und Vikings verspüren wir wieder den Drang nach einem authentischen Genussmittel mit Geschichte. In diesem Sinne – Skol!

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