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Die Geschichte der Metherstellung – Gastbeitrag von Alexander Eckert

Dieser Gastbeitrag wurde verfasst vom Gründer und Präsidenten der “EMMA – European Mead Maker Association”: Alexander Eckert.

In seiner “Metsiederei Eckert” stellt er bereits seit Anfang 2013 besten Honigwein her. Bei der Produktion setzt er verstärkt auf Nachhaltigkeit, Regionalität und eine besonders schonende Verarbeitung. Erfolge wie die Ernennung zum “SlowFood Local Hero 2018” und zahlreiche Medaillen bei internationalen Met-Wettbewerben beweisen das herausragende Niveau seiner Met-Kunst. Wer könnte also mehr über die Geschichte der Metherstellung wissen als Alexander?

 

Teil 1 – die Vorgeschichte der Metherstellung

Met zählt zu den ältesten alkoholischen Getränken, wenn er nicht sogar das Älteste ist. Die Problematik für den Beweis stellt sich folgendermassen dar:
Met ist so alt, dass man, als man ihn fand, noch keine Schrift hatte – so drehen sich die ältesten Schriftstücke denn auch um das Bier, wenn man von den indischen Veden absieht, in denen Soma erwähnt wird: Ein berauschender, göttlicher Trank bei dem Honig auch eine Rolle spielte.

Es gibt verschiedene Theorien, wie man zur Steinzeit Met herstellte. Die Bekannteste:

Der Honigfund eines ausgeflogenen Bienenstocks, in den es hineinregnete. Ich selbst bin Imker und wage diese Theorie in Frage zu stellen. Sowohl damals als auch heute bleibt Honig nicht lange genug in einem verwaistem Bienenstock. Er wird von anderen Bienen, Insekten und anderen Tieren innerhalb von Tagen abtransportiert.

Bleiben noch andere Möglichkeiten:

Zur damaligen Zeit hatte man das Töpfern auch noch nicht erfunden. Ging man auf eine längere Reise und wollte sicher sein, etwas Trinkbares dabei zu haben wurden Tierhäute zu Schläuchen gebunden und mit Wasser gefüllt. Auf einer solchen Reise könnte eine Jägerin oder ein Sammler an einem Bienennest vorbeigekommen sein. Und da man zur damaligen Zeit weder auf die proteinreichen Bienenmaden, noch auf die Kohlehydrate des Honigs verzichten konnte, wurde das Nest kurzerhand geplündert. Die Honigwaben könnte man mangels anderer Transportmöglichkeiten zum Wasser in den Trinkschlauch gepackt haben. Wasser und Honig vermischten sich durch die Gehbewegung, Hefen konnten nun aktiv werden und das Honigwasser vergären.

Noch eine andere Variante wäre die Idee des „Ledertopfes“:

Wie bekannt ist, wurde zur damaligen Zeit in Ermangelung eines Topfes mit Hilfe von erwärmten Steinen und in der Erde eingelassenen Fellen/Leder, gekocht. Anstelle einer Suppe könnte der steinzeitliche Mensch hier Honigwasser gesiedet haben. Der „Topf“ würde hier wie ein Kühlschiff in der Brauerei wirken zusätzlich zu den honigeigenen Hefen auch die der Umgebung anziehen. Den Einwand, dass wilde Hefen nicht genügend Alkohol produzieren können, möchte ich entkräften. Zum einen war der Mensch noch nicht so an Alkohol angepasst, wie wir es mittlerweile sind, zum anderen ist Honig sehr simpel aufgebaut und besteht zum grössten Teil aus Einfachzucker. Wilde Hefen können diesen ohne grossen Aufwand verwerten und so durchaus zwischen zehn bis fünfzehn Volumenprozent erreichen.

Fortsetzung folgt… Den Met von Alexander Eckert gibt es übrigens auch bei uns, unter folgendem Link: Link zu Honigwein von Alexander Eckert

One thought on “Die Geschichte der Metherstellung – Gastbeitrag von Alexander Eckert

  1. Michael sagt:

    ich mag Honigwein, ein Kultgetränk

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